Weimer & Weber
            gemeinsame Arbeiten - collaborative works
2012
Weimer & Weber
Den höheren Kräften
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Olga Weimer und Marcel Weber kultivieren bewusst einen Stilmix, der zwischen verschiedenen Maltechniken und Grundproblemen der Malerei von der Zentral-perspektive bis zur Abstraktion die Geschichte der Malerei zitiert.
Durch die Fragmentierung der Leinwand, der Bildträger wird aus Leinwandfragmenten zusammengenäht, wird das Bild in Einzelsegmente zerteilt, wobei die Naht immer zu sehen bleibt. Der Betrachter pendelt zwischen einer ganzheitlichen Wahrnehmung und der Wahrnehmung einzelner Segmente. So besteht die Totalität des Gesamtbildes immer wieder aus kleinen Bildern und gehorcht dem klassischen Topos der Malerei: Das Bild im Bild.
Die Künstler unterteilen die Gemälde in drei übereinanderliegende Ebenen.
Der mittlere Bildraum erscheint diffus und durchscheinend, Gebilde, die an Wolken und Nebel erinnern, suchen die „Form im Formlosen“ und ziehen in die hintere unbewegte, graue Fläche.
Vor diesem Hintergrund entstehen figürliche und organisch abstrakte Formen, die nach klassizistischen Vorbildern komponiert sind und zentralperspektivisch angeordnet den diffusen Bildraum durchdringen. Die Komposition wird von dekorativen Ornamenten überlagert, die zusätzlich eigene Strukturen über das Motiv legen und somit die Figuration auf die Abstraktion zurückführen, ohne aber das narrative Element zu vernachlässigen. Auf den organischen Volumina werden unter anderem verfremdet zitiert: Die Delfter Kachel, barocke Muster, bayrische Rauten und florale, dekorative Systeme. Die zusätzliche Semantisierung durch prägnante Bildtitel führt auf die Spur, die Erzählung zu entschlüsseln.